20.01.2008
cloud gate theatre
ich würde euch gerne eine dvd ans herz legen und zwar vom stück cursiveIII von Cloud Gate Theatre. Einzusehen in der Mediothek unter Elberfeld. Vor allem die Einleitung ist sehr empfehlenswert. Vielleicht können wir eine ähnliche Stimmung auf der Bühne verbreiten, ein Zusammenspiel erreichen, das über Worte sich auf ähnlich hohe Weise ausdrückt wie in Cursive ducrh den Körper...
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4 Kommentare:
Bin gespannt…!
Hallo Uli,
ich hab die Dvd gesehen. Zuerst nur Ballet kapiert; eingeschlafen. Dann ein bisschen kapiert, was das mit Schrift zu tun hat: aufgewacht. Laufe seitdem durch die Wohnung und halte mich für einen Chi-Gong-Tänzer.
Aber das ist schon extremly precise, was die da machen. Ich stehe ja grundsätzlich mehr auf das Brüchige. Bei Leuten, die etwas so toll können werde ich immer nur neidisch. Bin also etwas überrascht von deiner Empfehlung. Ist ja das Gegenteil von allem was wir können. Oder können wir irgendetwas extrem precise?
Oder meinst du nicht das, sondern die Entleerung der Zeichen von ihrem semantischen Gehalt ins rein ästhetische?
Dieser Tanz ist natürlich auch ein krasses Beispiel für das, was ich als die Trennung, Distanz, Differenz von AKTEUR-PUBLIKUM verstehe. Diese Trennung ist ja konstitutiv für jede Theaterform.
Und der Choreograf spricht ja auch von einer Feedbackschleife: Dass es enorm sei, wie stark die Energie von der Bühne in den Zuschauerraum strahlt. Wie diese dann von den Tänzern aufgenommen würde. Merkwürdigerweise (oder besser: bezeichnenderweise) besteht aber das Anzeichen allerhöchster Feedback-Kommunikation, das er nennt, aus dem leisesten und totalsten Schweigen seitens der Zuschauer!
Ich finde die Phänomenologie dieser Situation interessant; was ich am eigenen Leib erlebe. (1) Ich erlebe es natürlich medial. Das bewirkt, dass ich auch mal einschlafen kann, obwohl die so irre Sachen machen. War halt bei Kill Bill auch krass, ist aber beides TV. (2), und ich glaube das wäre auch so, wenn ich's live sähe: bewirkt die bloße und vermittelte Anschauung der Martial-Art-Körperlichkeit ein so krasses …Gefühl. Wie gesagt: ich hab danach fast den Eindruck, ich könnte das auch (beim aufs Klo gehen, beim Kaffekochen). Vielleicht ist das eine sehr degenerierte Form der Übertragung von Energie, die der Chinese im Gegensatz zu mir (der ich beim Schauen im Sessel flätze) irgendwie ›echter‹ aufnimmt?
– Huch! »Der Chinese« ist wieder da! –
Jedenfalls wäre das mir ein wichtiger Punkt: Die höchste Distanz, das tiefste Schweigen, die höchsten Form von Distanz-Kommunikation erscheint gerade bei einer Aufführung von höchster Präzision, bester Vorbereitung, größter Kunstfertigkeit.
Ich würde das als eine langgezogene Form der Telefon-Kommunikation bezeichnen. Nur…:
die Körperlichkeit steht dabei im Mittelpunkt. Die körperliche Präsenz vor den Augen der Zuschauer ist das, was flasht. Aber genau diese Körperlichkeit besteht aus einem Ausdruck der größten Artistik, der Künstlichkeit, der Kulturhaftigkeit; und die Binnen-Interaktivität auf der Bühne (die mit Sicherheit ein unglaubliches, unendlich gemeinsam gelutschtes Bonbon ist) steht im krassen Gegensatz zur Gelähmtheit der Zuschauer. Was für eine merkwürdige Form der Energieübertragung ist das? Was ist das für eine Feedback-Schleife, und was können wir daraus lernen? Ist das die geile gap, die Lücke, die eine Lust verschafft, weil man sie nicht überwinden kann? Ich weiß es nicht…
David
Hey krass: Ist vielleicht das Geheimnis dieser Lust, dass da ein fantôme vor einem herumtanzt?!!
Dass man etwas von ihm sehen kann, eine Spur seiner Energie: So wie die Signatur (inkl. Handschrift, Stil, Papier, Parfüm) beim Brief ist; was die Stimme beim Telefonat ist? Was dann natürlich auch die Spur dieser Energie des Alten Kalligrafie-Meisters ist, des fantômes also, von dem der nette Chinese da spricht?
Dass dann in diesem Moment genau das fantôme-Problem auf eine sehr kunstfertige Art umspielt wird? Schön wird, menschlich wird? …
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