30.12.2007

Alles Gute

»Vielleicht sollte man überhaupt zufriedener sein, auch ich, der ich doch eigentlich nicht zu den Unzufriedenen gehöre. Aber ich ertappe mich jetzt beständig auf großen und kleinen Verbittertheiten, mindestens auf innerlichen Kopfschüttelungen. Ich habe nun mit zwei großen und ernsten Arbeiten Glück gehabt und doch auch wieder gar kein Glück … Dies Schicksal begleitet mich nun durch dreißig Jahre. Die Sachen von der Marlitt, von Max Ring, von Brachvogel, Personen, die ich gar nicht als Schriftsteller gelten lasse, erleben nicht nur zahlreiche Auflagen, sondern werden auch womöglich ins Vorder- und Hinterindische übersetzt; um mich kümmert sich keine Katze. Es ist so stark, daß es zuletzt wieder ins Lächerliche umschlägt. Und das rettet mich, sonst würd ich leberkrank.«
Theodor Fontane an seine Frau Emilie
Berlin, 15. Juli 1979




Liebe Freunde, es ist eine kleine niedliche Koinzidenz, dass ich auf den Arche-Literaturkalender geschaut habe, der auf Gesichtshöhe hängt, wenn man bei uns auf dem Klo sitzt. Wer schaut mich da an? Fontane. Heute hat er Geburtstag, wird 188 und ich sende ein Salut, Prost Neujahr, und verabschiede mich mit dem Hinweis: Doch! wir kümmern uns um ihn. Übrigens finde ich besonders toll, dass laut Maltes Zeit-Artikel die allermeisten Blogs Katzen gewidmet sind.
Ich hoffe, ihr sehr mir die Textmassen nach, die gestern von mir zu euch flossen und dass ihr ein schönes Sylvester habt, bis bald!

David

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