30.12.2007

Zum 3. und 5. Januar: Vorstellungen

Gefragt ist…


3. Januar:
Eine Vorstellung der eigenen Person. Die Fragen, die Uli und Anna aufgeworfen haben sind genau richtig! Ich habe einen längeren Text dazu verfasst, den ich vielleicht poste; das sind aber auch nur wieder meine theoretischen Überlegungen mit dekonstruktivistischem Touch, mich nervt's ja selbst schon.

Soviel: Die Idee war, dass man sich vorstellt, bevor man anfängt (gehört sich doch so). Das ›Team‹, wenn man so will; oder eben sechs Individuen. Dass es ein Problem ist, sich vorzustellen halte ich nicht nur für völlig normal, sondern für ein zentrales Motiv dieses Projektes. Da muss man leider durch. Und ich finde es signifikant und ziemlich brisant, was Anna sagt, und Uli sagt es eigentlich auch: Man stellt sich immer in einem bestimmten Kontext vor. Das ist ein Problem, und in meinem Kommentar zu Annas Kommentar habe ich schon auf das Problem hingewiesen, das ich sehe: dass man um zu verstehen eben immer einen bestimmten Zeichen-Kontext braucht. Das ist dann ein Problem, wenn es darum geht, einen bestimmten Menschen ›anzuzeigen‹. Was ich damit meine ist das große Unbehagen (das ich auch schon einmal wesentlich stärker hatte als jetzt), dass man sich vorstellt, indem man sagt: »Ich heiße … studiere … interessiere mich für …« oder »ich kenne den und den daher und deshalb bin ich (rechtmäßig) in diesem Raum, interessiere ich genug?«, »ich habe an Projekten das und das gemacht«. Man wird doch wohl zugeben, dass das an sich keine hinreichende Vorstellung eines Menschen ist. Ich finde es manchmal widerwärtig, von jemandem so vorgestellt zu werden (und manchmal ganz toll; wenn die Referenzen z.B. im entsprechenden Kontext toll sind. z.B. ich würde einer schönen Dame vorgestellt mit der Erklärung, weshalb es sich lohne, mit mir zu sprechen). Im Theaterleben-Kontext, im Unikontext, auf der Party aus Annas Post etc. ist es hinreichend, und in vielen anderen Kontexten auch. Auch bei unserer Effi-Performance? Es freut mich also, dass das Problem in diesem Zuge zum Problem wird. Und ich erneuere meine Aufforderung nur mit dem Instistieren und Verhärten: Stellt euch vor, wer ihr seid. So gut es geht. Bezug in welche Richtung auch immer, nach abgewogener Notwendigkeit; alle weiteren Fragen offen: Waffen können frei gewählt werden (und das kann auch ganz kurz sein, wenn es euch repräsentiert, wie ihr euch repräsentiert haben möchtet). Die Idee war, dass die Vorstellung am Beginn auf den ersten Satz folgt der da in meiner Phantasie hieße: »Jetzt beginnt die Vorstellung.«


5. Januar: Wie lautete denn unsere letze Vereinbarung genau, dass wir das nochmal schriftlich haben? Ungefähr so: Wir bringen ein Ergebnis mit, von was angefallen ist über die Zeit der Lektüre. Stellen etwas vor, auch mit Waffen freier Wahl. Das kann dann auch länger dauern. …Da ich von diesem Tag bereits geträumt habe, bringe ich die Verabredung, die wir kurz vor Marens Aufbruch getroffen haben, schon durcheinander. (Wir waren ungefähr zu fünfzehnt und ihr habt die Sachen vor einem Podest präsentiert, das im Sommer vor dem Comet in Hi. aufgebaut war. War ziemlich heftig, bin schweißgebadet aufgewacht.) Bitte, ich brauche eine Auffrischung.


Es grüßt herzlich:
David

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