06.05.2008
Reguläre Aufführungen (Lieferungen 3-5)
04.05.2008
Eislauf

Sprechen = Arbeit gegen die Angst. Ziel: Reden wie Eislaufen. Keine Kraft aufwenden: Die Schwere umlenken.
Geschriebene Wörter sind sicher: links und rechts schön warm gebettet: sie wohnen zwischen ihren Geschwistern. Zum Schreiben bleibt immer Zeit (nur das Abschicken ist schwer: den Brief freilassen wie ein Wort in den Raum).
Die Stimme erheben heißt: Den Wörtern ihr Zuhause nehmen, sie in die Zeit werfen. Heißt: Ins Präsens stürzen. Angst vor der Präsenz = Die Angst der einsamen Worte = Angst vorm Alleinsein in der Zeit. Sprechen heißt: Keinen Anker haben. Allein in Kessin sein (Effi). Die Töne hängen haltlos in der Luft; jedes Wort, das Du hinauspustest, wohnt einsam in einem kalten Bett aus verstreichender Zeit: Kein links+rechts mehr, nur noch ein gesichtsloses Präsens zwischen Erinnerung und Zukunft. Vielleicht ein Blick zurück (nicht stolpern!) und Hoffen: auf das to-come. Wird schon, wird schon werden. — Sprechen = Pflicht, in die erinnerte Vergangenheit zu vertrauen: in der das Richtige gesagt worden sein muss. (Dein Zuhörer: Freund, Anwalt oder Richter?) Sprechen = Auf eine Zukunft bauen müssen, zu der Du Dich verpflichtest: in jeder Sekunde, in der Du Deine Stimme erhebst. Einfacher ist nachsprechen: «Ja, ich will!» — «Oh, gewiß doch, wenn ich darf!» (Lieblingssprechakte eines bedeutsamen Zeitalters).
19.03.2008
Re: AW: Planung/ Instant
bin eben nach Hause und schon leicht angeduselt vom Feierabendbier. Ist doch mehr zu tun in letzter Zeit, ich komm spät nach Hause und schäme mich noch nicht weitergeschrieben zu haben. Weil aber der Uli, der nicht reden kann, so nett geschrieben hat, kann ich mich ja gleich in allen Punkten anschließen. Dem Publikum Fragen stellen finde ich eine außerordentlich witzige Idee. Vielleicht können wir das ja echt machen, zumindest als Einstieg. Vielleicht ist's aber auch nur ein guter Witz. – Aber mal im Ernst: Wir haben doch ein Projekt, über das man einiges sagen kann. Das einzige was zu tun ist – und das ist eh gut und nützlich – ist, einmal ordentlich den Stand analysieren, der in der Endphase vor der Premiere entstanden ist; prüfen was das ist und vergleichen mit unseren Vorbereitungen. Ich denke, es ist einiges drin vom Thema Kommunikation und Schrift, die Sachen, die wir schreiben haben eine Geschichte. Ich meine, das muss man ja nicht alles erzählen, aber ich habe den Eindruck von einiger Stimmigkeit. Und je nachdem kann man ja auch noch etwas davon verstärken.
Dass wir sehr autobiografisch sind finde ich super. Und meine erste Assoziation ist wie immer bei einseitig gebildeten der immergleiche Eine. Da geht's nämlich um das Selbstbildnis als Ruine. Logisch: Man kann sich nicht selbst porträtieren, sagt Derrida. Jeder Text mit einem solchen Wahrheitsanspruch dekonstruiert sich immer schon selbst. Aber das macht nichts: Vives les fantômes. Oder, wie Friedrich mit Fleedwoodmac gesagt hat: "Tell me lies, tell me sweet little lies!" Also:
"Die Ruine ist in meinen Augen nichts Negatives, kein negativer Gegenstand. Zunächst einmal ist sie offensichtlich kein Gegenstand, kein Ding. Ich würde gerne … eine kurze Abhandlung über die Ruinenliebe abfassen. Was kann man denn sonst lieben? Man kann ein Denkmal, ein Gebäude, eine Institution nur in dem Maße lieben, in dem man die prekäre Erfahrung ihrer Zerbrechlichkeit macht: sie sind nicht immer da-gewesen, sie werden nicht immer da-sein, sie sind endlich. Als Sterblicher liebe ich sie genau deshalb, ich liebe ihr Sterbliches, ich liebe sie – sterblich, endlich, durch ihre Geburt und ihren Tod hindurch, durch das Gespenst oder den schattenhaften Umriss ihrer, meiner Ruine, die sie schon sind oder schon andeuten. Wie soll, wie kann man anders lieben als in solcher Endlichkeit? Woher würde sonst – wie würde anders das Recht zu lieben … (uns zu)kommen?"
Derrida, Gesetzeskraft
Das hat auch was mit Effi zu tun. Ihr Leben 2 in Hohencremmen ist die totale Ruine. Lächerlicherweise oder schönerweise liebt sie es. Genauso Instetten. Stichwort Hilfskonstruktionen.
Mein Wunsch wäre es, vor den nächsten Aufführungen an ein paar kleinen Schräubchen zu drehen um die Effi, die doch dauernd drunterliegt, sichtbar zu machen und damit zusätzlich zu unserer Performer-Ebene (die ich extrem gelungen finde!) etwas zweites drinnen zu haben. Damit wären wir mit einem kleinen Kniff sehr weit am ersten Konzept-Ziel bzw. an jenem dem Instant vorliegenden dran: Performance und szenische Darstellung bzw. Literatur-Inszenierung auf irgendeine Art zu verbinden. — Sollen wir vielleicht unsere Musik-Ständer-Lectureperformance 1:1 am 25. noch schnell vom Video kopieren und einbauen?
Ich fänd's aber schade, wenn so gar nichts intellektuell lesbar wäre, was wir dahinter wissen. Das gilt für die Ruinenliebe. Für Effi. Z.B. die weinende Maren. Man darf nicht zu viel verraten, weil sonst funktioniert's nicht. Aber etwas schon! Wie!!? Wenn das wirklich unmöglich ist, dann bin ich aber auch extreme d'accord damit, dass einer Performance ein System Effi-Briest zugrundeliegt, das Hauptsache-ein-System-das-die-Darsteller-verstehen ist. Ich finde diese Ernsthaftigkeit und Konzentration so gelungen, so ›würdevoll‹ irgendwie, dass man sich da fast alles noch so hermetisch-kryptische erlauben kann.
Es gibt einen ganz wichtigen Punkt: Die Aufträge können nicht ausgefeilt genug sein!!! Daran hat's echt gekrankt. Man kann das nicht immer schnell vorher aus dem Ärmel schütteln. Das gilt insbesondere auch für das Gesprächsthema von Anna und Sandra. Wir könnten den ganzen Modus auch nochmal umkrempeln.
Sprechen müssen wir außerdem vielleicht über die Gesten-Abnahmen; über die (nicht!-)Haltung beim Moment-Beschreiben (und die Art der Auftagserfüllung dabei); über die Kostüme der Fräulein. Über das Problem, dass die Abmachungen selbst zu Thema geworden sind anstatt im Hintergrund zu bleiben. Es wäre hilfreich, wenn jeder Sachen aufschreibt, die ihmihr in nächster Zeit noch einfallen oder schon klar sind. — Schade, dass das nicht klappt mit dem Treffen in der zweiten Aprilwoche. Wir sollten einen Modus finden. ÷—Uli, kannst du genau sagen, wann du fährst/kommst? Sandra, wärs dir evtl. möglich, für kurz nach Hildesheim zu kommen, wenn's da eine Überschneidung gibt? Ich bin außderdem gespannt auf das Zwischen-Ergebnis der Kosten. Vielleicht springt ja eine Fahrt für dich raus?
Einen Änderungsvorschlag habe ich: Ich finde, wir waren an einigen Sachen schonmal extrem nah dran, die im letzten Moment nicht mehr so schnell zu aktivieren waren. Mein Liebling – die blutende Leerstelle in Verbindung mit dem Fahrrad als Plot-Point – würde ich gerne wieder rein haben. Ganz einfach: Uli kommt ein zweites Mal mit dem Fahhrad rein, stürzt und knallt sich einen Blutbeutel an die Stirn. Und zwar mit exakt der gleichen Non-acting-Vorgangs-Konzentration wie den Rest auch. — Im Zuge einer Reeffizierung verspreche ich mir als Effekt etwas zwischen interessant-kryptisch und Effi-verständlich.
Was also die Reeffizierung angeht habe ich schon im Zug nach Berlin einen kleinen Text verfasst, von dem ich annahm, dass man nur so viel Information bräuchte, um Lese-Angebote in der Hand zu haben. Gedacht als Vorab-Information per Mail/Programmzettel. Vielleicht aber auch per Lecture ins Zuschauerohr? Weiß nicht, ob man damit was machen kann?
Liebes Publikum am um
zeigt die Post nocheinmal EFFIS BRIEF, zu Gast beim INSTANTfestial. Neu! Jetzt mit Blut und Ruinenliebe. Looking for Effi. In der Mitte stürzt Ulrich mit dem Fahrrad. Das ist die blutende Leerstelle. Aber von vorne. [Hier das der Performance zugrundeliegende System:] Effi wird mit sweet 17 verheiratet. Eine lustige Mischung aus "Ja, du willst" und "Ja, ich will": Erster Schritt zur Menschwerdung: Kunstfigur werden, Kunstfigur bleiben. Leben im Regelwerk. Angst vor Gespenstern, die das Regelwerk streut. Dann: Übertretung! Ehebruch! Endlich Frau. Wenn man sich aber für die Übertretung nicht schämt, muss man vor sich selbst Angst haben. Angst vor Gespenstern, die sich einem unter der Hand bilden (Kafka). Wie soll man sich an einem in der Luft stehenden Grashalm festhalten? (Kafka). "Vives les fantômes!" (Derrida). Also: weiter mitmachen.
Leider bleibt die Übertretung gespeichert: seine Briefe in DER KISTE. Die Gespensterbrief-KABINE. Und dann hüpfen sie hinaus. Die Zeilen in seiner Handschrift, die Spuren, die alles sagen. Crampas heißt das Fantom, der Mann mit der Rute (kein Chinese). Wieder kein Gefühl von Schuld: Übertretung aber geht nicht, denn wenn der Grashalm in der Luft hängt baue ich mir eben eine Hilfskonstruktion in der Kabine.
Das Kind aus der Ehe aber bleibt Leerstelle, und wenn sie sich dann anhaut und blutet, zum Mensch wird, bricht alles zusammen. Effi aber liebt die Ruine, und auch wir lieben sie, ihr Autoporträt, et on peut dire: vive, vive les fantômes.
"Einige feine Kenner waren sogar der Meinung, das sei das Wahre: Steckenbleiben und Schluzen und Unverständlichkeit – in diesem Zeichen werde immer am entschiedensten gesiegt."
Hurra, endlich wieder lange Zeilen. Also eins will ich zum Abschluss nochmal sagen, v.a. da nervöse oder unsichere Anklänge herüber zu klingen schienen: Ich finde SUPER, was wir gemacht haben. Ich bin sehr glücklich über den Stand, nicht nur für zwei Wochen eine tolle Leistung von uns. Und "es lebe das Handwerk"!
Kuss!
David
06.03.2008
11.02.2008
Verschlagener Vorschlag
Da bin ich wieder und ausgeschlafen. Dieses Reizklima. Habt ihr gewusst wie das Hoch hieß, welches uns gerade wieder verlässt? David. Sehr angenehm! Ihm folgt dann Hoch Erwin.
Was gibt's Neues? Meinen Vorschlag für den ersten Probentag: Gemeinsamer Ausflug zu den Barntener Seen, mit Picknick und ohne Tagesordnung.

Außerdem biete ich nun einen Vorschlag für eine Annonziation unserer Darbietung (s.u.)
Herzlich, voller warmer Hochgefühle, Liebe und guter Wünsche,
David
Die Post
EFFIS BRIEF
Fünf Vorstellungen
liebe r zu schauer in um
21:00 wollen wir uns treffen. Wir freuen uns schon. Du kennst den Ort: Wir werden sprechen, Du bist still. Und dann – »um … das allgemeine Familien-Du zu proponieren«: Perdu sein mit »Effi«! Vertraut with her instett of: ihr Fantom! Wir: sie (in diesen Zeiten deren »[Signatur ist]: Keine Zucht!…«). Folge den Anweisungen. Habe keine Angst, wenn jemand die Nerven verliert. (»Einige feine Kenner waren sogar der Meinung, ›das sei das Wahre; Steckenbleiben und Schluchzen und Unverständlichkeit – in diesem Zeichen werde immer am entschiedensten gesiegt‹.«)
Vorpremiere 1. März Theaterhaus Hildesheim. INSTANTfestival 26. April. Weitere Aufführungen 19. // 20. // 21. Mai 2008
Herzlich & immer die Deine: DIE POST
Eine POST-Produktion mit Maren Barnikow // Sandra Czerwonka // Anna Eitzeroth // Friedrich Greiling // Ulrich Haug // David von Westphalen
02.02.2008
Aussehen,a
Maren fights for Postproduktion. Aber schau, wenn man's zusammen sagt: Eine Post-Produktion, dann heißt man ja auch Post?
Mein einziges Argument neben unsinnlich ist, dass das, was den Postproduktion-Witz ausmacht zu stark ist: Man verbindet Postproduktion einfach nur mit Film, und macht den Sprung echt nur, wenn wein Brieflein dazu abgebildet wäre. Meine Intuition sagt nein.
30.01.2008
Oui certainement! Oui, absolument! Maintenant absolument!
Die Konsequenz, die wir aus dem Dilemma ziehen, die Antwort auf den Zweifel an der Möglichkeit, den ich hier immer wieder stark gemacht habe; der Möglichkeit, jemand zu sein, und mit jemandem zu sein. Der Zweifel, der dann eine Begründung erhält, wenn es einem unheimlich wird, was mit Menschen passiert, die sich in die Medien wagen. – Die Antwort: Es ist ein Spiel! Und dann spielen wir es eben! Auch wenn es ernst ist (Sauernst! Ich verliere einen Freund! Blut!), ist es ein Spiel (Kunstblut!). [»Wir wollen doch nur spielen«, das sagt übrigens auch die Piratenpartei]
Um zu verstehen, wer wir sind (Performeridentität), müssen wir nun herausfinden, wie ein fantôme entsteht. Warum? Weil WIR die fantômes sind, auf der Bühne. Das müssen wir nicht spielen (weil wir es ohnehin sind), aber wir müssen das vorher angenommen, akzeptiert haben (oder versucht haben, es zu akzeptieren). Wir wollen also im Vorhinein schon wissen, wie wir entstanden sein werden! (Futur II)
Wir wissen nicht wirklich, wie diese fantômes entstehen; wie sie aus uns heraus entstehen und uns anlachen. Aber wir können dieses Entstehen genauer bestimmen: Wir wissen schon ungefähr warum sie entstehen (denn wir wollen kommunizieren, obwohl wir nur diese blöden Zeichen haben, die nicht mal unsere sind (die vererbten Worte). Und wir wollen unbedingt, AUCH WENN WIR NICHT IN EINEM RAUM SIND), und wir wissen auch wo es passiert (am Schreibtisch, am Telefon, AUF DER BÜHNE). Um eine Gespenster-Phänomenologie zu erzeugen, müssen wir uns an den Erscheinungen orientieren, und solche Erscheinungen dokumentieren, wenn sie sich mal zeigen. Haben wir gemacht!
(1) Wir haben schon ein paar Beispiele. Auf Anhieb fallen mir ein: (a) Annas Max-Situation. (b) Annas und mein Selbstgespräch-Problem. (c) Sandras Relevanz-Gespräch zu Silvester. (Ziemlich komisch: Wer von beiden war hier eigentlich das Fantom?). (d) Sandras Handschuhfach (als Wohnort eines Fantoms) …
… Da wär ich also, und, saugst du auch schon neugierig alle Wörter hastig in dich auf? Ich hab echt lang überlegt, was ich dir Schönes schreiben werde (-und geb mir Mühe auch indiskret zu werden!). Ich glaub, die Tatsache, dass dieser Brief existiert ist irgendwie schon aufregend, oder?! Ich mein; es ist so 'ne kleine Sache die nur wir beide teilen, wir sagen nichts Unanständiges oder so, trotzdem reizt es wie 'ne richtig geile Süßigkeit in 'ner Zeit von der man gesagt hat: "So jetzt strikte Diät!!" (und wenn man allein mit der Süßigkeit ist möchte man sie auch am liebsten vernaschen, subtil, oder?
(2) Wir wissen, wo sie in diesem Roman entstehen, aus dem wir hier etwas machen. Lokalisieren lassen sich zum Beispiel der Schreibtisch, den sich Effi einrichtet, um immer der Mami zu schreiben. DER VORGANG, SICH EINEN ORT EINZURICHTEN. Ein Wohnort für die fantômes ist auch die Schatulle, aus der die eingeschnürten Briefe sprangen. Sandras Handschuhfach! DIESE KLEINEN RÄUME. BLACK BOXES. Wenn die Bühne eine Guck-Kastenbühne ist, dann in dem Sinne, dass es dort ein Gucken in einen Kasten ist, aus dem IN JEDEM MOMENT BRIEFE HERAUSSPRINGEN!
Aber das sind noch keine Erscheinungen: Keine Enttarnungen der Gespenster selbst? Ich meine den Spuk. Das ist der Moment, wenn man Angst kriegt, weil man den imaginierten Adressaten verliert. Also die Nicht-Normalität! Sie sprechen ja dauernd, das eigenartige ist ja, dass sie dauernd sprechen. SO WIE WIR AUF DER BÜHNE DAUERND SPRECHEN. In unseren Briefen, Emails, Telefonaten sprechen sie mit den Stimmen unserer Freunde, die wir uns einbilden, damit wir meinen können, dass die Stimme des Freundes zu uns spricht, der uns adressiert hat. ABER SIND WIR DIE FREUNDE DER ZUSCHAUER? SIND DIE ZUSCHAUER UNSERE FREUNDE, DIE DA REIN KOMMEN UM UNS UNTER DRUCK ZU SETZEN?
Das, was wir als die Geistererscheinung bezeichnen: Wenn sich der Geist demaskiert. Er tut das bevorliebt in Bruchmomenten. Max' & Annas Begegnung! Jede Unreinheit, jeder Zweifel an der Echtheit der Sendung ist eine kleine Demaskierung. Der Schreck ist eine ent-Täuschung DER ENTSPRECHENDE VORGANG IST DER UMGEKEHRTE VORGANG: (1) WENN WIR UNS MASKIEREN. (2) WENN WIR DAS PUBLIKUM ENTTÄUSCHEN. WENN SIE NICHT VERSTEHEN WAS DER SCHEISS SOLL. Das ist: ZWEIFEL AN DER ECHTHEIT DER SENDUNG WECKEN. Darum keine Angst vor sogenanntem Trash. Das ist kein Trash! That's fucking more real than anything else! C'EST LE VIVE LES FANTOMES!
Aber wo gibt es denn bitte in Effi Briest diese Brüche WENN ICH FRAGEN DARF? Die glauben ja alle an die Briefe! – Also wird eben der Spuk ausgelagert: Der Chinese! Nachts am Bett, plötzlich ist er da, der TOTE, das fantôme, das ins Geisterreich gekommen ist, als er die Küsse einer Hochzeitsbraut beim Tanz ausgetrunken hat! Die Braut verschwand, zwei Wochen später starb der Chines'! Textstelle
Natürlich wird dieser Hochzeitsspuk im Zusammenhang mit der Ehe interpretiert, die so schauerlich ist. Aber auch diese Ehe ist ja eine Gespensterehe eigentlich die Ehe zwischen Briefpartnern. Stimmt doch oder? Siehe Beginn im Garten in Hohen-Cremmen.
Wenn ein Zug vorüberdonnert zum Beispiel. – Das ist eine Erscheinung, die sich vollkommen dem hermeneutischen Zugriff entzieht. Es wäre lächerlich zu behaupten, man könne erklären, was dieser rauschende Zug uns erzählt über die Kommunikation der Leute, deren Briefe gerade an uns vorbeigefegt sind. Es lässt sich nur das Tränchen studieren, das daraufhin aus dem Auge sprang. Wir können nur sagen, dass der Geist uns gestreift hat auf seinem Weg durch den gewaltigen Raum, den wir erschaffen haben, den wir benutzen, ohne ihn zu verstehen mit unseren Eisenbahen, mit unserer Telekom, mit unserem Aeroplan. WIR ERSCHAFFEN AUCH EINEN RAUM, DEN WIR NICHT VERSTEHEN. – UNSERE DRÖHNUNGEN, ERSCHÜTTERUNGEN, SINNLICHEN OPULENZEN AUF DER BÜHNE. – ALSO SIND DIE EISENBAHN! Ich möchte mal einen sehen, der in zwei Wochen eine Theateraufführung herstellt und genau sagen kann, WAS FÜR EINEN RAUM er da erschafft! Was ist das schon für ein Raum, in den man SICH FREMDE MENSCHEN EINLÄDT UND DANN DAS LICHT AUSDREHT?!
Eine weitere Phänomenologie: Effi am Postamt. Sie hat den Brief extra selber hingebracht, aus einem irrationalen Bedürfnis heraus, die Sendung zu beschleunigen. Sie wollte ihren ›Leib‹ selbst herbringen, um diese Sendung aufzugeben. Und der Leib bebt, als er die Sendung aufgibt, Schweiß bricht aus! (ETWAS AUFGEBEN HEISST: ES AUS DER OBHUT LASSEN, ES ALLEINE LASSEN, ES SICH SELBST ÜBERLASSEN, SICH NICHT MEHR DARUM KÜMMERN). Die Seele hat Lampenfieber, wenn sich ein Stück von ihr löst um sich mit einem lüsternen Gespenst zu paaren, das daraufhin die Reise antritt durch den gewaltigen Raum, den man nicht versteht! Die Seele wird vom Gespenst gefickt. Es saugt sich satt an unserer Lust, dem Anderen was zu schicken! Es »ernährt sich von unseren Küssen« (Kafka). WENN ICH MEINE SENDUNG AUFGEBE: WENN ICH MICH AUFGEBE: WENN ICH ETWAS SAGE AUF DER BÜHNE!
Die fantômes entstehen aber nicht in allem, was man schreibt und sagt. Sie wachen auf, wenn wir UNS mitteilen wollen; uns als Menschen ERSCHAFFEN wollen. (Wie Prometheus. Das gehört eigentlich verboten [unsre Leber wird rausgehackt vom Aar?]). Wenn wir uns auf die Reise machen wollen, ohne dass wir uns auf die Reise machen, dann werden wir zu Gespenstern. Deshalb: Wir fordern die Geister heraus. Zum Beispiel indem wir uns VORSTELLEN. Das Experiment mit den Vorstell-Videos war (zwischen Tür und Angel) ein solcher Versuch. Ich wollte die Gespenster reizen. Am 1. März machen wir dann halt Ernst. –
Trotzdem: Das ist und bleibt ein SPIEL. Wir würden das nicht machen, wenn wir nicht schon wüssten, dass wir die fantômes sind.
Die Antwort lautet: »Vives les fantômes!«. Und die richte Anwort auf die gleich darauf vom selben Gespenst gestellte Frage »Und Sie, glauben Sie an Gespenster?« lautet: »Oui certainement! Oui, absolument. Maintenant absolument.«
29.01.2008
Post goes future
die Post wird modern. Immer wieder erneuert sie sich selbst.
Sie wird schneller, zuverlässiger, billiger. Aber dabei geht ihr auch die Individualität verloren.
Effi noch wartete auf den Briefzusteller, der ihr aus fernen Landen Botschaft brachte. Fernen Orten. Mann mann, und heute: 11 Uhr morgens, Vollrausch, Klingeln an den Haustür:
Man weiss: die Post, wenn man Tür aufmacht brüllts hoch.
Ist nicht seine Schuld, trotzdem kriegt der Affe es jetzt mal ordentlich zurück, ich springe auf und reiße das Fenster auf und brülle so laut ich kann:
AAARRSCHHLOCH
in den Hildesheimer frühmorgen.
28.01.2008
Das Problem der Kommunikation dann nur auf dramat. Ebene?
Das sollten wir auf jeden Fall proben.
Was den Gruppentitel angeht, gibt's einen neuen Vorschlag: »Die Post« hahahaha! Wie wär das? Ach… (wo, Maren?)
Am 28.01.2008 um 22:31 schrieb Uli Haug:
Blutspritzer auf Plakat sind gut. Erinnert mich an das A7 Sprühsystem: das klappt auch wunderbar. Finde dann, man mag sie noch begründen.
Hier die ersten Vorschläge:
Instetten: "Von wem sind diese Briefe? CRAMPAS!"
Magd: "Oh Herr Oh Gott, oh böses naht"
Irgendsowas.
Oder: "Und eine Woche später stand eine Krippe unter dem Weihnachtsbaum..." und dann Blut drüber...
Oder n Foto: Otto von Bismarck
Und dann halt Blut drüber.
oder so ne junge Frau.
(ähnliches System dann: Blut drüber)
Im Übrigen finde ich, man sollte schon auch klotzen mit dem Blut auf dem Plakat.
23.01.2008
Blut
Und so verstehe ich auch die Personalisierungen bei Effi! Der Chinese ist die Personalisierung des fantôme; das Opfer ist die Personalisierung der gescheiterten Verhältnisse (Crampas), und bei uns gibt es ein Opfer der gescheiterten Kommunikation, das stellvertretend für diese verfluchten Jahrhunderte der Medialisierung steht, in denen unsere ganze schöne Zwischenmenschlichkeit kapput ging!
Briefe, Bonbon, Blut, Leuchtlampen, Rollschuhe. Langsam wird's sinnlich!

Dieses harmlose Bild kommt übrigens von der Piratenpartei und deren lustiger Politiktheater-Erfindung »Blutschach«, mit der sie sich gegen das Verbot blutiger PC-Spiele wehren.
Bitte für die Proben:
1 Liter Kunstblut Zutaten: 20 ml erdbeerrote Lebensmittelfarbe – 4 Tassen Kakao – 1 Esslöffel Stärke – 1 Liter Wasser.
Die Zutaten in einem Kochtopf gut vermischen und unter ständigem Rühren aufkochen lassen. Im Kühlschrank aufbewahren.
Sturm
was können wir aus den Konzeptbesprechungen des Sturms nehmen.
Bitte nur einen Punkt bei den Kommentaren!
Haug
20.01.2008
cloud gate theatre
16.01.2008
13.01.2008
Ein Eislauf

Eislauf:
Mein Leib wirkt vermittels der Schwerkraft auf das Eis. Das kommt von woanders. Aber ich lenke diese fremde Kraft mit meinen Kufen um, welche ich nur schräg zur Seite hin wegdrücke. Meine Technik; erlernt und selbstverständlich beherrscht. Aus Schwerkraft wird Bewegung nach vorne. Nichts anderes ist das Sprechen… vielleicht sogar das Schreiben. Ein Eislauf-Spiel; elegant und einfach. (Oder schwierig und ungeschickt. Kinder können übrigens nicht richtig Eislaufen ich glaube weil sie zu leicht sind.). Und Einbrechen darf man nicht, hinfallen darf man nicht, zusammenstoßen darf man nicht. Oder letzteres vielleicht ein bisschen (zum Spaß).
Bitte zur nächsten Probe Rollerskates mitbringen…
10.01.2008
Kino
Es gibt gute Neuigkeiten für die Kultur!
1. Wes Anderson, begnateter Filmemacher, stellt seinen neuen Film vor: Darjeeling Limited. Läuft auch in Hildesheim. Maren hat vorgeschlagen, zusammen ins Kino zu gehen. Na?
2. Effi geschieht wieder einmal Gerechtigkeit: Sie kommt ins Kino. 2008. Mit berühmten deutschen Schauspielern. So Parfum mäßig wohl. Mainstream Effi. Wir sind schneller.
Zwischenstand | Registratur ›Abschiede‹
dies ist ein doppeltes Projekt. Ein Projekt über Effi Briest und ein Projekt über Kommunikation. Beides ist Gegenstand unserer Betrachtungen, unserer Analysen und unserer Geschichten und Spielchen. – Mit einem so theoretisch wie praktischen Gestus, den ich einen dekonstruktiven nenne. Oder vielleicht einfach einen kritischen. Oder einen lustigen (Das sollte übrigens kein Widerspruch sein: ernste Notwendigkeit und grandioses Ablachen. Ich bin gespannt, wie komisch wir sein können. Ich gebe zu, dass meine Beiträge im Moment noch begrenzt komisch sind). Es gibt gute Gründe, Effi Briest mit unseren Fragen und Interpretationen zu behelligen, genauso wie es Sinn macht, uns mit Effi Briest zu behelligen. Das Päckchen Briefe, das aus der Schatulle hüpfte wie Sandras Brief aus dem Handschuhfach ist ein hübsches Bild für so einen Grund. Nun aber werde ich die arme Effi schon wieder vernachlässigen, um große Reden über den zweitgenannten Teil des Projekts zu schwingen.
Was hat es für eine Bedeutung, dass dies ein Projekt über Kommunikation ist?
Es bedeutet vor allem zwei sehr wichtige Dinge:
#1 Es ist ein Projekt, in dem wir gezwungenermaßen über das Reden, was wir tun. Wir kommunizieren über Kommunikation. Je konsequenter man das macht, desto direkter treibt man den diskursiven Nagel in die Gegenwart hinein: Letztlich die Gegenwart, in der man spricht, was man spricht. Denn wenn das Gemeinte das Gesagte selbst sein soll, dann gibt es nur noch das, was gesagt wird. Was unmöglich ist, da es vom Gesagten zum Gemeinten einen Abstand geben muss, und also das Gesagte im Moment des Gesagtwerdens schon nicht mehr gemeint sein kann. Dann steht man vor einer Aporie (einem nicht auflösbaren Problem): Das ist die sogenannte Performativität. (Zum Problem der Performativität bei Briefen sagt übrigens mein Lieblingsonkel D. einiges…, und zwar ziemlich poetisch.)
Weil wir konsequent sind, betrifft dieser Umstand wesentlich die Veranstaltung, zu der wir am 1. März einladen möchten. – Über Kommunikation nachzudenken heißt, über das Zwischenmenschliche nachzudenken; und es heißt, über das Theater nachzudenken. Aus diesem triftigen Grund gibt es jetzt noch keine eindeutige Form für unsere Aufführung: Es ist ein wesentliches Anliegen des Projektes, aus der Beschäftigung und den Proben an diesem Thema unmittelbare Konsequenzen für die Kommunikation zwischen uns und den Anderen (& unter Uns, & unter den Anderen) zu ziehen! Deshalb gilt es, aufmerksam zu sein, auf diese Kommunikation, wie sie funktioniert. Damit arbeiten wir.
#2 Den zweiten Grund möchte ich mit der Aufforderung einleiten: Seid autobiografisch! (Was übrigens immer eine Erfindung von Jemandem ist, bzw. eine Erforschung. Daher mit den Begriffen Experiment, Expedition und Fiktion konnotiert). – Wir denken nicht zufällig gerade jetzt über Kommunikation nach. Und wir denken auch nicht einfach allgemein darüber nach, sondern vor allem über Fragen von Mitteilungen und Mitteilbarkeit: Brief, Telefon, Gespräch etc. Ich bin überzeugt, dass die Tragweite der erst seit äußerst kurzer Zeit stattfindenden Bewegungen was die Medialität alltäglicher Kommunikation angeht, noch kaum zu ermessen ist. Das geht uns an, weil wir zum Beispiel in einer neuen Art und in einem neuen Ausmaß Briefe schreiben. Und erst Kurzmitteilungen! –
Also Beispiel Handy. Das Handy birgt einen unglaublichen Zusammenhang: Es ist ungeheuer praktisch. Und was heißt das? Es ist ungeheuer praktisch, überall erreichbar zu sein und überall erreichen zu können. Das aber bedeutet: Praktisch ist es, den wirklichen Raum mit seinen einfachen Konsequenzen (Rufweite) abzuschreiben, ihn zu verachten, ihn zu entmachten. Es macht einen Unterschied, ob ich im Raum einen Ort habe, an dem mein Telefon steht, so dass ich dort wählen kann, oder ob der Ort, an dem ich mich entscheide, erreichbar zu sein, zu einem Teil meines Körpers wird. Es gibt nun keinen Ort mehr für das Telefon. Keinen Ort mehr, der umzäunt, umfriedet ist (entouré d'une clôture). Warum wollen wir uns nicht verabschieden? Warum die Leitung überall mit sich hinnehmen, wenn sie doch ohnehin keine echte Leitung ist, sondern nur eine metaphysische Leitung, bestehend aus Nummern und mehreren Vertrauens-Verhältnissen (›crédits‹ – nicht zuletzt übrigens auch bei einem bestimmten Telefonanbieter, aber das ist noch ein zusätzliches Thema). – Wovor haben wir Angst? – Man kann sehr allein sein auf dieser sehr großen (nicht nur von ›Hohen-Cremmen‹ bis ›Kessin› reichenden) Welt. Die Überbrückung ist eine Kulturtechnik; eine notwendige Absicherung. Man kann sagen, es ist schon unnatürlich mit dem Zug fahren zu können. Aber es ist durchaus natürlich, außer Reichweite sein zu können. Wie empfindlich muss man sein, bis man darüber in echte Schwierigkeiten gerät?
Das Handy ist nur ein Beispiel (und die letzte Ausführung war bereits autobiografisch). Die Hochfrequenz im Schriftverkehr durch Email ist das nächste. – Aber das hat alles auch sein Gutes. Ich bin sehr dankbar über meine unendlich ertragreichen und schönen Korrespondenzen! Mein Schreiben in den letzten Jahren währe ohne die unendlich langen Briefwechsel per Email nicht denkbar. Und auch nicht die Speicherung und bleibende Verfügbarkeit so vieler Briefe. Nur mein Handy habe ich vorläufig abgeschafft. – Es ist und bleibt: ambivalent. – Aber wie gute Dialektiker sind wir und wollen wir sein?!
Das Theater hat immer empfindlich auf Veränderungen des Medialen reagiert. Es ist ein in dieser Hinsicht sehr besonderer Ort: Er bedeutet z.B. die Möglichkeit, Kommunikation (einvernehmlich) zu verunmöglichen (einer tut was, der andere hält die Klappe), mit der Aufhebung dieser Abmachung zu spielen. Es ist ebenfalls eine Frage der Differenz, ohne die es nicht geht. Daher sowohl die Wucht der Performativität, als auch die Wucht der Repräsentation: das Symbolische!
Hier schließt sich der Kreis. Das macht die Relevanz dieses Projektes aus, womit wir wieder bei der Effi… wären: Ich bin im Verzug; das muss schleunixt in einen Zettel ans Stupa (Marketing-Tipps erfüllt).
In diesem Sinne wieder zur Sache. Einer Sache nur, die man hier im Blog gut erledigen kann und nur ein Teilaspekt. Ich möchte gerne Erfahrungen aus den wichtigsten Faktoren unserer kommunizierenden Kultur zusammenbringen, zu der wir kleine Gemeinschaft gehören. Ein Faktor davon sind Abschiede – des adieux. Bei (1) nicht-endgültigen Adieus geht es um die Aufrechterhaltung der Leitung. Wie ist es dagegen mit (2) Verabschiedungen ins Nichts? Auch sie müssen erlernt sein; können geschickt oder ungeschickt praktiziert werden. (a) Die sympathische Zufallsbekanntschaft im Zug (ohne ›Nummernaustausch‹). Oder: (b) Jemand stirbt! – Wenn ich annehme, dass es im ersten Fall um eine Leitung geht: Worum geht es im zweiten? Denn ich habe nichts mehr von meiner Geste, z.B. von meiner Höflichkeit. Der Andere ist bei a und b ins Jenseits gegangen; nicht mehr vorhanden. (Vermutung: Bei a gibt es keine Leitung, bei b wurde sie gekappt). Was ist hier ein guter Abschied; warum? Ist etwa das echte Menschlichkeit; kein Eigennutz? Geht es um den Anderen; macht man ihm ein Geschenk? Oder geht es dabei ums sogenannte Ego – die rücksichstlose Ich-Bekräftigung des guten Gefühls?
Es gibt bestimmte Techniken und Codes für die Adieus. Sie können z.B. in Briefen (vermittelter Kommunikation) zitiert werden, besser gesagt: Man verweist auf sie durch z.B. die schriftliche Geste ›ich umarm' Dich‹. (Codes sind immer schon Zitate und nur deshalb verstehbar: wiederholbare Zeichen. Auch iterierbar genannt. Echte Abwandlungen, so wichtig im Diskurs mit unseren Lieben, wären idiosynkratisch (privatsprachlich). Ob es das gibt ist vielleicht eine Frage der Individualität. Ich würde behaupten, dass eben in Glauben vs. Bezweifeln der Möglichkeit einer solchen Privatsprache ein wichtiger Unterschied liegt.
Ich möchte ein kleines Archiv dazu an(r)egen: hier erwähnenswerte Abschiede zu posten und also auch, zu versuchen, sich dabei zu erklären (im ›Selbstgespräch‹) was es damit auf sich hatte. (Jeder zufällige Gast in diesem Blog, der sich bis hier her durchgekämpft hat, ist übrigens herzlich eingeladen sich per Kommentar zu beteiligen).
Registratur von Abschieden, die ihr einmal erlebt habt (oder immer wieder erlebt).
Mir bekannte Kategorien:
1. schwierige Abschiede (man geht nicht gerne, nicht leicht), krank, gestört, traurig: Angst / Liebe / etc.
2. beflügelnde Abschiede (man geht gerne), herzlich, magisch, vertrauensvoll, ungewöhnlich. Freundschaft? Liebe?
3. gleichgültige Abschiede
Wann, unter welchen Umständen sind Abschiede wie? Wie lässt sich beschreiben was ›da war‹, wenn einem das Auflegen am Telefon plötzlich schwer fällt. Oder was, umgekehrt, ›da war‹ wenn einen eine Verabschiedung aufgepumpt, euphorisch hinterlässt? Wie war es, wie ging es weiter? Wie kam es dazu, und welche Techniken wurden angewandt? Kann man diese Techniken reproduzieren?
Ich möchte um ein kurzes Ineuchgehen bitten; wenn ihr Raum habt und Ort – einen Schreibtisch? Eine Klause (clôture) –; um eine nur ganz kurze Beschreibung, Interpretation und Zuordnung von solchen Ereignissen aus eurer Erfahrung. Es geht darum, eine Sensibilität für ein Ereignis zu aktivieren, das notwendig zur Telekommunikation gehört. So ähnlich wie auch die Begrüßung – in der ich mich bei der letzten Probe versucht habe. Achtet auf sowas in Eurem Alltag! Oder wenn ihr Euch (für das Projekt) unter Euch treffen solltet. Keine Angst vor Formalität; Formalität proben: vive la Formalität!
Ich ziehe diesen Teil demnächst in einen eigenen Post. Zum Eintragen von Abschieden einfach in diesen Post reinschreiben (auf den Stift klicken).
- Beflügelnd. Matthias aus dem Zug. Unglaublich, dass ich mich sogar an den Namen erinnere; und auch an jeden Zug in seinem Gesicht. Mindestens 5 Jahre her. Bin aus irgendeinem Grund mit dem Nachtzug aus dem Norden nach München. Zuerst Schweigen im Abteil mit der hübschen Polin und dem bärtigen jungen Typen. Bei der Ankunft dann hatten wir die Nacht zu dritt im Abteil gemeinsam durchgequatscht und gelacht – er und ich vor allem hatten den Draht, ich glaube das zog sie mit – uns auf eine absolut brillante Art verstanden… Was daran so toll war, was wir geredet haben weiß ich gar nicht mehr, kaum ein Bild davon. Eingeprägt hat sich mir fast nur der Augenblick des Abschieds, nur hier sehe ich auch sein Gesicht so klar vor mir; an der Rolltreppe zur U-Bahn. (immer diese U-Bahn-Aufgänge, in denen jemand verschwindet). Wir klatschten einen guten Händedruck und er sagte: »David… angenehmer Mitfahrer!«. Woraufhin wir uns ohne weitere Umschweife trennten.
Das wirklich Ungewöhnliche war die Selbstverständlichkeit, mit der wir keine Nummern austauschten. Bei einer so angenehmen Begegnung habe ich sowas nie wieder erlebt. Keine Spur davon, nicht mal ein Zucken: das war es, was die Schönheit und Erinnerungswürdigkeit dieser Begegnung wesentlich ausmachte.
Abgefahrene Vorstellung, dass er nun rein theoretisch auf diesen Text stoßen könnte. Ob er wüsste, dass er gemeint ist?
- …
09.01.2008
Selbstgespräch
Ich halte natürlich einiges auf die Resonanz meines Sprechens bei meinen Zuhörern. Ich halte es auch für notwendig und richtig, darauf zu achten, ob man »ankommt«, wie man idiotischerweise – oder vielmehr: bezeichnenderweise sagt. Zu einer besseren Selbst-Vorstellung müsste aber natürlich das zeitlich versetzte Feedback gehören, das analytische, erzählende »Du warst«. Ich fürchte fast, man ist deshalb darauf so erpicht und reagiert so empfindlich, weil man schon intuitiv ahnt, wie unzuverlässig der eigene Spiegelapparat in jenem Moment ist, da ihn die Produktion seiner eigenen Rede beschäftigt und ganz und gar einnimmt.
Wieviel gnadenloser ist eine Videoaufzeichnung. Ich bin es zwar gewohnt, mich selbst zu sehen, und ich habe mich bereits frei von narzisstischen Wehwehchen gehalten, was die Konfrontation mit meinem eigenen gefilmten Gesicht angeht. Wie aber erscheint meine »Allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden« mit dem neutralen, so nicht-menschlichen, nicht-verzeihenden Auge der Kamera, die vom ›Redefluss‹ vergessen, vor sich hin lief?
Da sitze ich also und schreibe mich frei, schreibe mir vom Herzen, wie fürchterlich derangiert ich mich fühle vom Anblick meines Gestotters; vom Anblick auch der wartenden Gesichter der Anderen, bei jedem ÄÄ den Blick immer weiter auffordernd zu mir neigend, die Augenbrauen aufziehend. Nach jedem endlich abgeschlossenen Sinnpartikel, ein schnelles Anschließen, ein großes Bejahen, um nur nicht ewig an diese Lippen gekettet zu sein, die sich nunmal jene Gewalt herausgenommen haben, den anderen ein Ohr abzuverlangen. Mit dem Anspruch einer dahinter liegenden Botschaft, aber in der Erscheinung eines unerträglich stockenden Stromes aus Fülllauten, zwischen die nur an der ein oder anderen Stelle ein Wort gefügt ist. Wäre mir schon im Moment der Rede dieser Sinn der Gesichter der Zuhörenden bewusst, würde ich vielleicht aufgeben. Und ich sollte es besser tun – und einen Brief schreiben.
Das aber was – wenn ich mich recht erinnere – der Autor des oben genannten Essays (Kleist) seiner Schwester verdankt, die ihn so gerne einmal unterbrechen möchte: den Anschub, verdanke ich diesen Gesichtern. Leider aber nur auf eine unschöne, ungerechte Art, und wahrscheinlich war es bei Kleist nicht anders: Da ich sie missinterpretiere. Und zwar zu meinem Schutz. Was ich für meinen Anschub verwende ist in Wirklichkeit die Reaktion auf den andauernden Aufschub meines Punktes zu dem ich buchstäblich nicht komme: Dem Abschluss, der Rundung, dem umzäunten, eingefriedeten Sinn; einem Satz. = Einem Text. Tragischerweise erst beim Sichten des außerhalb dieser meiner trügerischen Person gespeicherten Geschehens (dem Video) sehe ich, was sich in diesem Außerhalb abspielte. Wie anstrengend das Abwarten sein musste, in diesem trägen Aufbau der Syntax, diesem langweiligen Aufschub des Sinns, dieser dämlichen, überflüssigen différaaaaaaaance. Ich dabei habe natürlich das Gefühl, einen Gedanken oder die richtige Formulierung zu entwickeln. Und ich will mich ja so präzise ausdrücken, wie ich meine, dass ich es kann. Aber das wäre Schrift – oder Sprache in Ruhe.
Wie kann es sein, dass ich es nicht merke, wenn es darauf ankommt? Was anderes soll sich dahinter verbergen als Größenwahn (und sei es zum Selbstschutz), der verhindert, dass ich im entscheidenden Moment des Sprechens ein Bewusstsein dafür gewinne, was gegenwärtig und tatsächlich geschieht. Tatsächlich scheine ich mich während des Sprechens nicht in der Gegenwart zu befinden – nicht in jener zumal, die diese Kamera so unbarmherzig neutral festhält. Ich befinde mich entweder ein Stück davor oder danach, hinke in der Vergangenheit dem Gesagten hinterher, oder eile mit meinem Bewusstsein vorweg. Ja, was hier vorwegeilt (vorwegeilt) ist das Bewusstsein – nicht etwa die Gedanken. Ich halte mich aber mit eben diesem Bewusstsein für einen sprechenden Gedankenentwickler; in Wirklichkeit aber spielt mein Bewusstsein mir einen Streich. – Wie jedes Bewusstsein allerdings jedem und immer den Streich des Bewusstseins einer Identität spielt: Dass das jemand ist, was da spricht. »Ich«. Andere schweigen.
Bin ich Papier oder ein Stift? Warum kann ich nicht sprechen wie ein normaler Mensch? Es ist so lächerlich, ein Anhänger der Improvisation zu sein und meine Worte nur auf schriftliche Art zu wählen. Eigentlich, noch viel präziser formuliert: nach Computeranwender-Art. Nach der Art virtueller Textbearbeitung.* Die fehlende Rückgängigfunktion ist das, womit ich meine Zuhörer malträtiere. Unverzeihlich ist es, dass ich kein Bewusstsein dafür habe, dass diese – umgekehrt – mich lieber Vorspulen würden, anstatt einen Menschen zu sehen, der sich für einen Text hält, also für ein Buch. Als hielte ein zappelnder, zuckender Fisch auf dem Strand noch sein eigenes Zappeln für das elegante Dahingleiten zuhause im stillen Wasser, dem er gerade entrissen wurde ohne es zu merken. Aus dem her selbst sogar herausgehüpft ist, mit einem Salto, das er für einen großen hielt, ohne wahrhaben zu wollen, dass er gestrandet ist. Ohne es zu können, und das heißt auch: Ohne wertschätzen zu können, dass er nur mit der liebevollen, barmherzigen Hilfe der Anderen nicht vertrocknet, die ihm ins Wasser zurückhelfen, ohne dass er es bemerkt; oder die für ihn das Meer mitspielen, ihn vollspritzen müssen, um ihn nicht zu enttäuschen.
* Der Text auf dem Schirm ist als ein entstehender virtuell, denn er wird immer erst nach einem Stadium des Abschlusses gesendet (clôture: Umzäunung, Umfriedung), gedruckt und also gelesen. Er ist im gleichen Maße virtuell wie es ein unabgeschickter Brief bezogen auf sein Botschaft sein ist. Was wahrscheinlich auch für den abgeschickten Brief gilt. Ich bin also nicht einmal eine im Entstehen begriffene, unerträglich langweilig zu beobachtende Textdatei. Nicht einmal diese, denn: Diese wird drei bis vier mal überarbeitet, bevor sie von jemandem gelesen wird. Was für den Blog genauso gilt… Was mit Chat ist, weiß ich nicht.
07.01.2008
Kommentar zum Briefkasten-Bild / Phänomenologie der Privatisierung
…Ob wohl die beiden gelben Alternativen (Brief/Anruf) als Alternative zur Sackgasse (Straße dahinter) aufgestellt wurden, oder ob das Schild auf die Sackgassenhaftigkeit beider Alternativen verweist?
Dabei fällt mir auf: Die einzige gelbe Telefonzelle, die ich noch kenne (eine Generation später), steht hier in der Steingrube. Das ist nur insofern traurig, als es zeigt, dass Hildesheim sogar der Deutschen Telekom total wurscht ist. Ansonsten ist es sehr schön, weil sie ein Artefakt darstellt aus einer anderen Zeit. Einer Zeit, in der man erstens keine Handys hatte (wie ich jetzt z.B. wieder keins mehr habe), und in der eben Telefonzellen noch gelb waren! Da steckte einfach was anderes drin als in puffrosa und Broker-grau. Vor allem (wie man hier sieht), etwas, das mal gleichzeitig mit der Briefpost gedacht und unter einem Dach institutionalisiert war! Sehr interessant, wie ich finde. Das Telefon auf der Straße wurde assoziiert mit dem Posthorn, in das man reintutet. …Wow! dazu fällt mir just ein GEILES passendes Fontane-Zitat ein, das ich gefunden habe. Es betrifft unser ausgewähltes Büchlein, es betrifft die Art, wie es aus seiner Feder zu uns gefunden hat, und es betrifft das fantôme, das dadurch für uns entstanden ist: Herr Fôntane. Es betrifft außerdem die Frage der Psychoanalyse (die da auch schon Derrida interessiert): Fontanes depressive Schreibkrise während Effi & ihre Überwindung durch das Schreiben einer Autobiografie auf ärztliche Empfehlung – und den positiven Effekt, den wir in den Händen halten. »Vives les fantôme!« sagt nämlich Fontane in einem Brief an jemanden:
Effi Briest sei aus ihm beinahe unkontrolliert herausgeflossen, ihm geradezu eingegeben worden, wie von selbst gekommen, wie ein »Mundstück, in das von irgendwoher hineingetutet wird«!
Jedenfalls waren Telefonzellen früher mal gelb. Ich glaube, das hat nicht wenig mit der goYello-Kampagne »Strom ist gelb« zu tun. Konsequenterweise müssten eigentlich auch alle Züge gelb sein, aber der einzige gelbe Zug, den ich kenne, ist der gelbe, bereits gepostete Post-TGV…
…mit dem die Briefe wirklich sehr schnell übers Land jagen. Das war im Zusammenhang mit der Phänomenologie der Kommunikationsmedien (Link über's Bild). Mit der puffrosa/brokergrau gewordenen Telekom und überhaupt der ganzen widerlichen Privatisierung der staatlichen Infrastruktur-Monopole hätten wir – ganz im Ernst – zu Effi's Tränchen beim vorüberfahrenden Zug eine politische Dimension im Spiel. Die Phänomenologie des Zwischenraums der Kommunikation bei uns (Telekom, Post, DB) und Effi (Phänomene: donnernde Züge, Tränchen im Auge / dahinter schimmert poetisch: sich vorstellen, wie der Zug in Hohencremmen klappernd vorbeifährt, Link zur Textstelle).
Hier drei Phänomene auf einen Schlag und auch noch bei der Verantwortlichen Stelle:
Ist jemand ebenso allergisch auf das zeitgenössische Phänomen Privatisierung und hat Lust, eine Verknüpfung zur fantôme-Frage bereitzustellen: eine Schimpftirade gegen die Privatisierung auszuarbeiten (die automatisch eine Tirade gegen die Privatisierung des Zwischenraums wäre, und das ist echt neu) – und diese in den Proben anzubieten? Ich fänd das ein recht cooles Material…!
06.01.2008
04.01.2008
[2]Lektüre_Extrakt 03.01.07

Kollegen! Lektüre_Extrakt:
bezugnehmend auf Briefkontext:
Effi im Birefkasten_Maren schlüssellos_kein rankommen_Effi auf Kastengrund_keine Auswegursache_anderes Extrakt:
pinkfarbene Anspitzreste in Briefumschlag_veranschaulicht:
Anwendung: photoerkenntnisse_Farbkontext_Briefrahmen
heute_Lektüre_Ziel:
Effi aus Briefkasten_Anspitzrestentsorgung_Mülltrennung_Exaktextrakt!
Los:
03.01.2008
Effi und der von Crampas gesertzte Samen
Ich werde versuchen, ihn ein bisschen unter Aspekten der Kommunikation zu betrachten. Effi ist ja eine lustige Person. Und nicht doof. Nicht so unterdrückt wie die Frauen zu jener Zeit, nein. Schnippig lehnt sie sich gegen ihren Mann, die Respektsperson auf. Durch die dornige Blume redet sie mit ihm klare Worte. Wir als Leser wissen sehr wohl, wie manche ihrer Worte an Instetten zu deuten sind. Aber er? Verarscht sie ihn?
Vielleicht lachen wir ja über seine Dummheit, lange genug tun wir das, denn bieder ist er ja: Instetten, der alte Preusse!!!
Sie verarscht ihn, aber was nutzt es ihr, die sie gefesselt ist durch die Ketten der Ehe? Legt sie doch ein Verhalten an den Tag, wie es, wenn nicht damals, so doch heute in der Pubertät alltäglich ist. Ein respektloses Verhalten den Älteren gegenüber, die die gesendeten Codes nicht verstehen. Eine Halbkommunikation. Senden. Weg.
Und Instetten? Ignoriert das, sitzt die Sache aus. Nicht empfangen.
Parallelen zu Effis Vater, Briest. Dieser genügt sich selbst darin, schwierigen Themen aus dem Weg zu gehen, indem er bemerkt, "das ist ein weites Feld." Seine Scheissehe haben er und seine Frau dadurch an der Backe. Nicht senden.
Jetzt bringen wir Nutzniesser Crampas ins Spiel. Der schwärzt Instetten an: er sei der geborene Erzieher. Das sei ja nicht nur negativ zu sehen, aber eben doch zu bedenken. Effi geht natürlich nicht auf all das ein. Sie weiss: Crampas ist ja nur ein Frauenheld etc. Und trotzdem ist der Same gesetzt. Bei den folgenden Auseinandersetzungen mit Instetten beginnt sie, die Gespräche zu analysieren und tatsächlich: Instetten hat ja wirklich etwas belehrendes, und welch negative Eigenschaft ist das!
Fontane nun kommentiert süffisant: Als Effi unter der Regie von Crampas schauspielert scheint dieser sie kaum zu beachten. Denn, "er war klug und Frauenkenner genug, um den natürlichen Entwicklungsgang, den er nach seinen Erfahrungen nur zu gut kannte, nicht zu stören."
Und auch wir erkennen, sollten wir den Braten bisher nicht gerochen haben, spätestens jetzt auch den natürlichen Gang der Dinge. Ergo: Crampas schliesslich über den Haufen geschossen. Ehe auch unglücklich. Ansonsten aber gar nicht schlecht. Ein gutes, ein heiteres Spiel.
02.01.2008
face-to-face ist auch fürn arsch
dass es mir bei gesprächen eher darum ginge, sachen aus meinem kopf zu herauszubekommen, sie dagegen prüfe die RELEVANZ DER AUSSAGE für ihr jeweiliges gegenüber.
ja, es hat ja jeder eine andere form von mitteilungsbedürfnis.
was soll die scheiße, habe ich gedacht, ich soll also, bevor ich jemandem etwas sage, darüber nachdenken, was meine AUSSAGE für ihn bedeutet, wie RELEVANT sie für ihn ist?
die freundin fühlte sich neben mir als gesprächspartner austauschbar, wie eins von davids Phantomen. später bekam ich ein kleines schlechtes gewissen, weil ich meine große persönlichkeit vor wandelnden empfängerstationen wortreich und ohne rücksicht auf verluste ausbreite, doch mittlerweile sehe ich das anders.
ich war echt pikiert und habe mich bei der freundin über ihre unsensible wortwahl beschwert. sie erklärte mir, in letzter zeit möge sie das wort "relevanz" sehr gern.
hoffe, ich bin morgen pünktlich - a2 und so. kisses.
Linkliste
- per Du im Netz
- Mehrere Effis "I love you, I don't care if you're married" von ca. 8 maximal 17-jährigen
- Effi Briest - Mirror Rim
- Effi Briest, Schülertrash.
- Registratur von Post-it-Verwendungen
- Postfahrzeuge
- Post
- YouTube: Derrida - Angst vor dem Schreiben
- YouTube: Jacques Derrida - Deconstruction And The 'Eccentric Circle'
- YouTube: Effi, du hast es nicht anderst verdient





